Eine korrekte Grundimmunisierung und folgende, lückenlose Wiederholungsimpfungen mit Influenza (Pferdegrippe) und Tetanus (Starrkrampf) sind wichtig für die Gesundheit und das Wohlergehen des Pferdes. Auch die Impfung gegen Herpesviren oder das West Nil Virus sind je nach Stall und Region empfehlenswert.
Tetanus ist eine Erkrankung, die durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird. Sie ist nicht ansteckend, kann aber bis zum Tode des erkrankten Tieres führen. Eine gute Impfprophylaxe verhindert die Ansteckung und damit die Erkrankung des Pferdes.

Anfang 2019 wurden in Belgien, Frankreich, Irland, Grossbritannien u.a. Ländern vermehrt Influenza Ausbrüche (Pferdegrippe) gemeldet. Die Pferdesportverbände und Veterinäre beobachten dieses Geschehen sehr genau. Indem Sie Ihr Pferd korrekt impfen, helfen Sie mit, dass solche Ausbrüche bei uns möglichst nicht stattfinden.
Im gesundheitlichen aber auch sportlichen Zusammenhang möchten wir Sie auf das Impfreglement für nationale und internationale Prüfungen hinweisen. Sie sind als Reiter und/oder Pferdebesitzer für die Einhaltung der korrekten Immunisierung verantwortlich. Pferde oder Ponys, deren Impfschemata nicht diesen Vorschriften entsprechen, werden an offiziellen Anlässen gesperrt, bis eine korrekte Immunisierung belegt werden kann.
Gerne dürfen Sie uns, Ihre Tierärztinnen, bei der halbjährlichen respektive jährlichen Impfung fragen, ob der Impfverlauf korrekt ist für Ihre geplanten, sportlichen Anlässe. Ansonsten gehen wir beim Impfen davon aus, dass die bisherigen Impfungen korrekt sind und prüfen den Impfpass nicht genauer.
Pferdenase
Infektionen mit Herpesviren gehören nicht nur zu den verbreitetsten, sondern auch zu den wichtigsten viralen Erkrankungen der Equiden. Es existieren viele Subtypen von Herpesviren. 5 davon betreffen das Pferd. (EHV-1 bis 5).
Von grosser klinischer Bedeutung sind EHV-1 und 4.
Das Gefährliche an einer Infektion mit EHV-1 sind die möglichen schweren Manifestationen, wie Spätaborte oder Totgeburten bei trächtigen Stuten, die Geburt lebensschwacher Fohlen sowie neurologische Ausfälle.
Neurologische Ausfälle kommen in unterschiedlichem Schweregrad, von Schwanken bis Festliegen, vor. Festliegende Pferde, welche nicht mehr selbst aufstehen können, haben leider meist eine sehr schlechte Prognose. Eine Infektion mit EHV-4 führt vor allem zu Respirationsproblemen.
Für nationale Turniere im umliegenden Ausland (Schweiz, Frankreich und Deutschland) und bei internationalen Turnieren der FEI besteht zum Zeitpunkt noch KEINE Impfpflicht für Herpes. Die am 01.01.2023 eingeführte Impfpflicht der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) gegen Herpes wurde per 01.04.2024 wieder aufgehoben. Die Impfung wird trotzdem empfohlen.
Das West-Nil-Virus (WNV) ist ein Virus, welches erstmals westlich vom Nil in Afrika entdeckt wurde. Mittlerweile ist die Infektion aber auch in Europa und den USA ausgebrochen.
Das WNV zirkuliert bereits in der gesamten Vogelpopulation von Europa. Einheimische sowie eingeschleppte Mückenarten können das Virus übertragen. 2022 wurde das WNV erstmals in Stechmücken im Tessin nachgewiesen. Das Virus kennt keine Landesgrenzen.
Wie viele andere Virus-Erkrankungen wird das Virus über Stechmücken übertragen. Die Stechmücken erlangen das Virus durch das Stechen von Zugvögeln, die das Virus auf der Heimreise aus dem afrikanischen Winterquartier nach Europa mitgebracht haben und eben da auch bereits von Mücken infiziert wurden. Das Pferd (und auch der Mensch) sind Fehlwirte für das Virus, deshalb macht es krank.
Die Infektion löst bei Pferden Fieber, Appetitverlust, Schwäche, neurologische Symptome wie z.B Schwanken, Inkoordination, Krämpfe, Schluckstörungen u.a.m. aus.
Tollwut ist eine Zoonose, dass heisst das Virus kann sowohl Tiere als auch Menschen befallen. In der Schweiz und im angrenzenden Ausland ist die Tollwut offiziell ausgerottet.
Pferde müssen für den Grenzübertritt im Moment nicht gegen Tollwut geimpft werden.
Aufgrund des sehr geringen Infektionsrisikos für Pferde in Deutschland ist eine Impfung gegen Tollwut höchstens für Weide- und Offenstallpferde in Tollwut-gefährdeten Bezirken notwendig.