Zahnheilkunde


Sehr häufig kommt es bei Hunden und Katzen zur Bildung von Plaque und Zahnstein. Plaque ist eine weiche, weissliche Schicht auf den Zähnen, bestehend aus Bakterien, Futterresten und Speichel, welche sich durch Einlagerung von Kalk zu Zahnstein umwandelt. Das durch den Zahnstein entzündete Zahnfleisch bekommt einen geröteten oder roten Saum. Die Entzündung des Zahnfleischs kann sich allerdings auch auf den Zahnhalteapparat ausdehnen und dadurch zum Verlust des Zahnes führen. 


Untersuchung/Symptome

Wenn wir bei der Impfuntersuchung einen Blick in den Fang Ihres Tieres werfen, sehen wir ganz oft Zahnstein – dies beeinträchtigt Ihr Tier nicht unbedingt beim Fressen und bleibt deswegen oft unbemerkt. Zahnstein muss (noch) nicht unbedingt zu schlechtem Atem führen. Sobald sich aber bakterieller Belag darüber legt, das Zahnfleisch gerötet und entzündet und sich die Zahnwurzel infiziert, entstehen Schmerzen und stinkender Atem. Nach der Entfernung des Zahnsteins können die Zähne genau beurteilt und Zahnfleischtaschen, Zahnwurzelentzündungen und Läsionen an den Zähnen diagnostiziert werden.


Behandlung

Zahnreinigung
Zahnreinigung
Zahnreinigung
Zahnreinigung

Der Zahnstein muss gründlich entfernt werden. Um auch die Zahninnenseiten und die Zahnfleischtaschen zu erreichen, müssen die Tiere in Narkose gelegt werden. Die gründliche Reinigung erfolgt mit einem speziellen Ultraschallgerät, die Zähne werden poliert und anschliessend mit einer Paste versiegelt. Lockere Zähne müssen in der Regel gezogen werden, da häufig eine bakterielle Infektion bis in die Zahnwurzel vorliegt und diese stark schmerzhaft sind.


Zahnsteinentfernung

Vorher

Zahnreinigung

Nachher

Nach der Entfernung des Zahnsteins können die Zähne genau beurteilt und Zahnfleischtaschen, Zahnwurzelentzündungen und Läsionen an den Zähnen diagnostiziert werden.

Weitere interessante Informationen unter: 

www.dkoch.ch/downloads

www.reinle.net


Prophylaxe - Zahnbürste und Zahnpasta

Idealerweise beginnen Sie schon im Welpenalter mit dem Zähneputzen. Gewöhnen Sie Ihr Tier schrittweise an die Mundhygiene. Die sicherste Vorbeugung gegen Plaque und Zahnsteinbildung stellt das tägliche Zähneputzen dar. Allerdings muss man dies mit seinem Tier früh üben und die meisten Hunde und Katzen gehören nicht gerade zu den Fans dieser Massnahme. Einfacher geht es mit speziellem Trockenfutter und Kauartikeln diverser Hersteller, welche die Plaquebildung und somit die Zahnsteinbildung verzögern. Meist kann die Zahnsteinbildung trotzdem nicht ganz verhindert werden. Seien Sie bei der Zahnpflege Ihres Haustieres geduldig und gehen Sie behutsam vor. Gewöhnen Sie Ihr Tier schrittweise an die Mundhygiene.

Spezielle Zahnpasten und Zahnbürsten können Sie bei uns beziehen. Gerne nehmen wir uns Zeit und zeigen Ihnen wie sie am besten mit der Maulhygiene Ihres Vierbeiners beginnen.

Resorptive Läsionen (RL) – FORL

Wenn die Katze zur Zahnärztin muss

Bei den resorptiven Läsionen (RL), früher auch bekannt als „feline odontoclastic resporptive lesions“ (FORL), handelt es sich um schmerzhafte Löcher an den Zähnen der Katze. Diese Erkrankung hat allerdings nichts mit dem beim Menschen häufig vorkommenden Karies zu tun. Bei Karies handelt es sich um die Schmelz- und Zahnsteinauflösung, welche durch zuckerverstoffwechselnde Bakterien verursacht wird. 

Die genaue Ursache der RL /FORL ist nicht ganz geklärt. Es wird vermutet, dass eine Kombination aus chronischer Zahnfleischentzündung, Kalziummangel und immunologischen Faktoren dafür verantwortlich sind. Also keine fütterungsbedingten Ursachen.

Hund

Symptome

Typisch für die Erkrankung ist das Verweigern von Trockenfutter, vermehrtes Speicheln und hastiges Fressen. Manche Katzen schreien während der Futteraufnahme plötzlich auf oder laufen vom Fressen davon. Sie putzen sich nicht mehr ausreichend und bekommen zum Teil ein struppiges Fell.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung von RL gibt es leider nicht. Auch die Sanierung des Loches mit einer Füllung bringt nichts, denn der krankmachende Prozess kann nicht aufgehalten werden. Da die Erkrankung meist sehr schmerzhaft ist, kommt neben schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten nur die Extraktion des betroffenen Zahnes in Frage. Katzen müssen für die Behandlung in Narkose gelegt werden.

Damit nichts übersehen wird, werden in unserer Praxis alle Zähne zuerst geröntgt. Dies, damit Läsionen welche unter der Schleimhaut liegen oder Resorptionen der Wurzeln erkannt werden. Wir Tierärztinnen unterscheiden dabei Typ I und Typ II RL. 

Bei Typ II Läsionen beginnt der Kieferknochen bereits mit einem Abbau der Wurzeln, was in ausgewählten Fällen dazu führt, dass nur die Zahnkrone entfernt und die sich auflösende Wurzel belassen werden kann. 

Bei Typ I Läsionen muss der ganze Zahn entfernt werden. Das Zahnfleisch über den fehlenden Zähnen wird anschliessend mit selbstauflösenden Fäden vernäht, damit sich keine Futterreste festsetzen. Praktisch alle Katzen können nach der Zahnsanierung problemlos und schmerzfrei fressen.

Resorptive Läsion am Caninus des Oberkiefers
Resorptive Läsion am Caninus des Oberkiefers
Oberkiefer vor Entfernung Caninus
Oberkiefer vor Entfernung Caninus
Oberkiefer nach Entfernung Caninus
Oberkiefer nach Entfernung Caninus
Entfernter Caninus mit FORL
Entfernter Caninus mit FORL

Prophylaktisch können wir das Entstehen der RL /FORL leider nicht verhindern. Allerdings scheinen spezielle Zahnfuttermittel sowie das Entfernen des Zahnsteins zur Reduktion von Zahnfleischentzündungen sinnvoll. Gerne beraten wir Sie über diese speziellen Zahnfuttermittel, sollten sich bei Ihrer Katze erste Zahnprobleme zeigen.

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