Vergiftungen beim Hund


Am häufigsten werden wir bei unseren Hundepatienten mit Vergiftungen durch Rattengift und Schneckenkorn konfrontiert. Beides sind Stoffe, welche von den Hunden entweder beim Spaziergang oder zu Hause aufgenommen werden.


Rattengift

Rattengift

Die klassischen Rattengifte sind Cumarinderivate, welche die Vitamin K Synthese im Körper hemmen und dazu führen, dass keine normale Blutgerinnung mehr stattfindet. Dadurch erklären sich auch die auftretenden Symptome. 

Vergiftungs-Symptome mit Blutungen treten häufig zeitverzögert – sogar bis zu einigen Tagen nach der Giftaufnahme auf. Der Blutverlust kann überall im Körper auftreten, zum Beispiel Nasenbluten, aber auch Blutungen in Körperhöhlen (Brust- und Bauchraum) oder in die Lunge oder Darm sind möglich. Die Wirkung kann bis zu 4 Wochen nach der Aufnahme anhalten. 

Beim Verdacht, dass Ihr Tier Rattengift aufgenommen hat (oft sind nur Mutmassungen möglich), sollten Sie so schnell als möglich die Tierärztin aufsuchen, um das Gift aus dem Körper des Hundes zu entfernen. Dies erfolgt in der Regel durch schnell herbeigeführtes Erbrechen, anschliessende Gabe von Aktivkohle und – fast am wichtigsten – durch die Gabe des Antidots Vitamin K. Die Therapie muss teilweise einige Wochen durchgeführt werden. 

Bei frühzeitigem Erkennen und schnellem Handeln ist die Überlebenschance nach der Aufnahme von Rattengift gut.


Schneckenkörner

Schneckenkörner

Der problematische Wirkstoff im Schneckenkorn ist das Methaldehyd. Nach der Aufnahme sind die ersten Symptome Magen-Darm-Beschwerden, gefolgt von starkem Hecheln, Koordinationsstörungen und Krämpfen, bis hin zum Koma. Die Tiere zeigen fast immer hohes Fieber, was der Erkrankung im englischen Sprachgebrauch die Bezeichnung «Shake and Bake» eingebracht hat. Spätere Folgen sind Leberschäden. 

Das Fressen von Schneckenkörnern ist ein lebensbedrohlicher Notfall und die Schwere der Vergiftungssymptome hängt mit der aufgenommenen Giftmenge zusammen. Beschwerden setzen bereits nach 30 bis 60 Minuten ein. Sobald das Gift den Verdauungstrakt überwunden hat muss so schnell als möglich der Versuch der Dekontamination stattfinden und mit der symptomatischen Therapie begonnen werden (vor allem zur Bekämpfung der Krämpfe). Es gibt kein spezifisches Antidot. 

Auf den meisten Schneckenkornverpackungen steht der Hinweis «harmlos für Haustiere». Dieser ist aber irreführend, weil das nur bei sachgerechter Anwendung und auf grossflächiger, weiter Streuung auf z.B Feldern zutrifft.

Bringen Sie im Zweifelsfall Ihr Tier immer unverzüglich zum Tierarzt oder in eine Tierklinik. Manche Gifte wirken heimtückisch und zerstören ohne anfängliche Symptome lebenswichtige Organe. 


Notfallauskunft

Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie
Tel.: +41 44 635 87 78
Internet: https://www.vetpharm.uzh.ch

ToxInfoSuisse
Tel.: 145 (Notfälle Schweiz), +41 44 251 66 66
Internet: https://www.toxinfo.ch

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